Springer baut Online-Geschäft weiter aus

Für das 1. Quartal des Jahres hat Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner ein durchmischtes Ergebnis verkündet. Der Umsatz stieg um 8,5 Prozent auf 641,7 Mio. Euro. Das liegt aber daran, dass die Einkäufe zanox.de und auFeminin.com erstmals in der Bilanz auftauchen. Das operative Ergebnis sank dagegen von 106,1 auf 78,7 Mio. Euro. Schuld seien der Umzug von „Bild“ nach Berlin und Währungseffekte. Während die Rendite bei den Zeitungen sinkt, wächst der Konzern im Ausland und im Internet.

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Unterm Strich konnte der Gesamtkonzern sein Quartalsergebnis zwar um 44 Mio. auf 450 Mio. Euro verbessern. Das lag aber einzig am Verkauf von restlichen ProSiebenSat.1-Anteilen. Eine kleine Neuigkeit gab Döpfner während der Präsentation der Quartalszahlen auch bekannt. Zusammenmit Philips startet Springer „TV Digital Personal“, einen elektronischen Programmführer der erfolgreichen TV-Zeitschrift „TV Digital“. Der EPG (Electronic Program Guide) soll in der zweiten Jahreshälfte fertig sein und rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft vermarktet werden. Über welche Plattform und mit welchem Geschäftsmodell, das ist freilich noch unklar.

Der Auslandsanteil am Konzernumsatz erhöhte sich von 18,5 auf 22 Prozent. Allein in Polen hat Springer mit den Zeitungen „Fakt“, „Dziennik“ und „Przeglad Sportowy“ mittlerweile einen Marktanteil von fast 45 Prozent.
Im Geschäft mit digitalen Inhalten konnte Springer die Umsätze von 19,5 auf 81,5 Mio. Euro steigern. Der operative Gewinn fällt freilich weit weniger fröhlich aus. Da steht im Digital-Geschäft ein Minus von 11,7 Mio. Euro statt einem Plus von 5 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Schuld sind laut Springer Währungseffekte, die die Beteiligung an dem türkischen TV-Konzern Dogan in die Verlustzone drücken. Dass es noch andere wenig erfreuliche Faktoren im Zukunftsgeschäft Digitales gibt, verschweigt der Konzern lieber. So entwickelt sich das eingekaufte Frauen-Portal auFeminin.com nicht wie erhofft. Das Unternehmen mit Sitz in Paris hat seit dem Einstieg Springers ein Drittel seines Börsenwertes verloren und kämpft in Frankreich mit sinkenden Werbe-Erlösen. In anderen Ländern spielt das Portal unterdessen keine große Rolle. In Deutschland ist die Site als gofminin.de am Markt.
2008 sei nicht das Jahr für große Ackuisitionen, sagte Döpfner bei der Vorstellung der Zahlen. „Wir schließen nichts aus, konkret geplant ist aber nichts“, sagte er. Immerhin bekannte Döpfner, dass in den Segmenten Sport, Regionales und Jobs noch Lücken im Online-Angebot von Springer klaffen. Zu Springers Digital-Geschäft gehören die großen Portale Bild.de und Welt Online, Immobilienscout.de, die Preissuchmaschine Idealo, die Finanz-Community Wallstreet Online und der Online-Vermarkter Zanox.

Im Stammgeschäft mit deutschen Zeitungen und Zeitschriften herrscht Stagnation. Alarmierend für den Konzern ist, dass die Erlöse bei nationalen Zeitungen von 314,3 auf 296,7 Mio. Euro wegen sinkender Werbe-Einnahmen zurückgingen. Und aus dem Vertrieb lässt sich schwerlich mehr herauspressen. „Bild“ hat erst vor kurzem den Preis auf 60 Cent erhöht. Trotz der Werbe-Probleme und dem teuren „Bild“-Umzug bleibt das nationale Zeitungsgeschäft die Cash-Cow des Hauses Springer. Die Geld-Produktion lässt aber spürbar nach. Die Rendite bei den Zeitungen betrug im 1. Quartal zwar satte 23 Prozent, war im Vorjahresquartal mit 30 Prozent aber noch ein gutes Stück fetter.

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