Neues Vertriebsmodell fürs 3G iPhone

Das neue 3G iPhone von Apple wird nicht mehr ohne weiteres ohne Mobilfunk-Vertrag zu hacken sein, wie das alte iPhone. Apple hat sein Vertriebsmodell komplett geändert. Der Mobilfunkvertrag für ein 3G iPhone muss nun auch in den USA direkt in einem AT&T Laden aktiviert werden. Das heißt: kein Vertrag, kein iPhone. Bisher konnte man den Vertrag zumindest in den USA und in England auch von zuhause aktivieren. Viele haben diese Möglichkeit genutzt, das Telefon den Anbieter zu wechseln.

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Besonders beliebt war, sich das iPhone günstig aus den USA oder England mitbringen zu lassen und in Deutschland die SIM-Karte des bisherigen Billig-Providers einzuschieben. Damit ist jetzt Schluss. Allerding verzichtet Apple auch auf die bisher gezahlte Umsatzbeteiligung von AT&T für jedes verkaufte iPhone. Das Multimedia-Handy könnte somit auch subventioniert werden und noch billiger angeboten werden als 199 Dollar. Das berichtet das US-Tech-Blog Gizmodo.
Die Apple-Aktie gab nach Vorstellung des neuen iPhone um zwei Prozent nach. Analysten bezweifeln, dass sich mit dem nur noch 199 Dollar teuren Gerät noch viel Geld verdienen lässt. Für die Monats-Gebühren werden die Nutzer aber tiefer als bisher in die Tasche greifen müssen. Immerhin wird das neue UMTS-Netz genutzt. In den USA wird die Daten-Flatrate bei AT&T für Privat-Nutzer 30 Dollar pro Monat kosten, für Business-Nutzer 45 Dollar. Die Gebühren fürs eigentliche telefonieren kommen dann noch obendrauf. Das sind rund 10 Dollar mehr für die Daten-Flatrate als bisher.

Welche Tarife T-Mobile in Deutschland anbieten wird, ist bisher noch unklar. US-Technik-Blog begrüßen das neue iPhone. Engadget hat nachgemessen, dass UMTS die Internet-Geschwindigkeit im Vergleich zum alten EDGE-Netz quasi verdoppelt. Der neue Plastik-Rücken fühle sich hochwertig und keinesfalls billig an. Allerdings werden auf dem glänzenden Rücken Finger- und Fettspuren deutlich zu sehen sein.

Wer hofft, jetzt besonders günstig ein altes iPhone mit der edlen Aluminium-Rückseite ergattern zu könne, dürfte enttäuscht werden. Laut US-Medien ist das Vorgänger-Modell ratzeputz ausverkauft.

Walt Mossberg vom „Wall Street Journal“ findet das neue iPhone gut. Er bemängelt freilich, die nach wie vor bestehende Bindung an AT&T und dass die Kamera mit 2 Megapixeln genauso mickrig geraten ist wie beim Vorgänger.

Neben UMTS ist auch die Satelliten-Standortbestimmung GPS an Bord des neuen iPhone. Die 8-Gig-Version soll weltweit maximal 199 Dollar kosten, das wären umgerechnet knapp 126 Euro. Erhältlich ist es ab 11. Juli.

Die erste Version des iPhone wurde zum Start in der 8-Gig-Variante für happige 599 Dollar verkauft. Kurze Zeit später wurde der Preis allerdings gesenkt. Zum Start in Deutschland kostete das iPhone 499 Euro. Im April hat Apples deutscher Partner T-Mobile die Preise dann drastisch nach unten geschraubt – wohl um die Lager für die neue Version frei zu bekommen Mit dem Flat-Tarif von 89 Euro pro Monat war das iPhone schon für 99 Euro zu haben. Die 16-Gig-Version kostete weiterhin 499 Euro. Die 16-Gig-Version des iPhone 2.0 wird für 299 Dollar zu haben sein oder 189 Euro. Und: das 16-Gig-iPhone wird künftig neben schwarz auch in weiß zu haben sein. Tusch, Fanfare, na ja. In der Tat sind die Preise die größte Überraschung der heiß erwarteten Keynote von „his Steveness“ Jobs gewesen. Dass das Handy UMTS und GPS bekommen würde, wurde bereits vorausgesetzt. Alles andere wäre eine herbe Enttäuschung gewesen.

Das neue iPhone ist an den Rändern etwas dünner, in der Mitte etwas dicker und hat eine schwarze (oder weiße) Plastik-Rückseite, statt des bisher bekannten Metall-Rückens. Die Docking-Station muss künftig extra dazugekauft werden. Irgendwo muss schließlich der neue Preis zusammengespart werden. Die Audio-Qualität soll dafür deutlich verbessert worden sein. Steve Jobs verspricht, dass das neue iPhone mit UMTS fünf Stunden reiner Sprechzeit durchhält. Ohne UMTS beträgt die Sprechzeit sogar zehn Stunden, die Standby-Zeit wird mit 300 Stunden angegeben. Das kann sich sehen lassen.

Business-Kunden wird interessieren, dass das neue iPhone kompatibel mit Microsoft Exchange ist und auch Push-E-Mails unterstützt. Damit wird es zum vollwertigen Blackberry-Konkurrenten.

Neben GPS wird das iPhone auch die Lage von Mobilfunk- und WLAN-Antennen nutzen, um seine Position zu bestimmen. Damit soll überall eine punktgenaue Positionsbestimmung möglich sein. Zusammen mit Google Maps werden Navigationsgeräte damit für iPhone-Nutzer überflüssig. Damit das iPhone eine Erfolgsgeschichte bleibt, wird zudem die Anzahl der Länder, in denen es erhältlich ist, drastisch ausgeweitet. Bisher gibt es das iPhone nur in sechs Ländern. In den kommenden Monaten sollen es über 70 werden.

Neben der Hardware hatte Jobs auch die zweite Version der iPhone-Software im Gepäck, die durchaus beeindruckend geraten ist. So ist das iPhone nun komplett kompatibel mit den Office-Programmen von Apple und Microsoft. Ein Push-Notification-Service informiert bei eingehenden Nachrichten, ablaufenden eBay-Auktionen oder sonstigen Ereignissen. Ja, eBay. Zusammen mit dem iPhone startet auch der App-Store. Apples Online-Laden, in dem Programme von Dritt-Entwicklern für das iPhone gekauft oder heruntergeladen werden können. Darunter ein eBay-Modul, zahlreiche Spiele, Blog-Software und virtuelle iPhone-Instrumente, bei denen sich Klavier, Gitarre und Co. mit Multitouch bedienen lassen. Sehr cool!
 
News abseits des iPhone: Apple benennt seinen Online-Dienst .mac um in MobileMe, versieht ihn mit Push-Funktionen und macht ihn kompatibel zu Microsoft Outlook. Die nächste Version des Mac-Betriebssystem wird auf den schönen Namen Snow Leopard hören und wurde in einer Vorabversion an Entwickler verteilt, Funktionen sind aber noch streng geheim. Dies alles wurde aber in den Schatten gestellt vom neuen iPhone, bzw. dessen Preis. Apple hat nach eigenen Angaben bisher sechs Millionen iPhones verkauft. 2008 sollen es insgesamt zehn Millionen werden. Mit Hilfe der neuen Preise dürfte das kein Problem werden.

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