Millionenklage gegen Google News

Der belgische Presseverband Copiepresse – zu dem die Tageszeitungen "Le Soir" und "Le Libre" gehören – fordert von Google 49 Millionen € Schadenersatz. Copiepresse wirft Google laut Bloomberg vor, Nachrichten der belgischen Presse unerlaubt auf Google News eingebunden zu haben. Google hält dagegen, sein Dienst würde den Webzeitugen zahlreiche Klicks bescheren. Zu den aktuellen Vorwürfen äußert man sich nicht. Google befindet sich seit ´06 im Rechtsstreit mit Copiepresse.

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Google wurde in Belgien wegen anhaltender Urheberrechtsverletzungen im vergangenen Jahr dazu verurteilt, alle Headlines und Links der rund 20 Copiepresse-Mitglieder von seinem Angebot zu entfernen. Für jeden Tag, an dem Google News die Nachrichten verbreiteten, wurden 25.000 Bußgeld fällig.

Kurz nach dem Urteil gingen Google und Copiepreses jedoch in außergerichtliche Verhandlungen. Ziel war, einen Weg zu finden, die Inhalte doch in Google News zu integrieren. Denn auch Copiepresse hat daran ein Interesse, will allerdings im Gegenzug an Googles Werbeeinnahmen beteiligt werden. Für Google eine Unmöglichkeit. Copiepresse gab das Scheitern der Verhandlungen bekannt. „Alle Versuche, eine Einigung zwischen den beiden Seiten zu erzielen, sind gescheitert“, so Margaret Boribon von Copiepresse in einem Interview mit Bloomberg. Der nächste Gerichtstermin ist nun für September 2008 angesetzt.

In einem anderen Prozess hat sich Google zum Gegenangriff entschlossen. Die laufende Klage von Viacom, die von Google eine Milliarde Dollar Schadenersatz und die Löschung aller Viacom-Inhalte auf YouTube fordert, sei „eine Bedrohung für den freien Datenaustausch im Web“. Denn Google sieht in YouTube lediglich eine Kommunikationsplattform, Viacom sieht darin einen Inhalteanbieter. Wer nun Recht hat, muss vor Gericht herausgefunden werden. Können sich Viacom und Google nicht außergerichtlich einigen, steht ein Grundsatz-Urteil an.

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