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Kleine Springer-Aktionäre – große Wut

Bei der Hauptversammlung der Axel Springer AG in Berlin forderte der Kleinaktionär Michael Hasenkamp aus Witten unter beträchtlichem Beifall den Rücktritt von Vorstandschef Mathias Döpfner. Grund: Das Debakel mit Springers Pleite gegangener Privat-Post PIN und der daraus resultierende Verlust in 2007. Auch die hohe Dividende von vier Euro pro Aktie wurde kritisiert. Doch um Döpfner muss man sich keine Sorgen machen.

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Der große Vorsitzende sitzt fest im Sattel wie eh und jeh. Verleger-Witwe Friede Springer kontrolliert die Mehrheit der Aktien und sie hält zu ihrem Mathias. Die Klein-Anleger können sich aufregen und fordern wie und was sie wollen – Konsequenzen hat das nicht. Döpfner machte sich nicht einmal die Mühe, zur Hauptversammlung eine neue Rede zu präsentieren. Er servierte den gleichen Vortrag mit exakt dem gleichen Einstieg wie bei der Vorstellung des Geschäftsberichts einige Wochen zuvor: „2007 war ein schlechtes Jahr für die Axel Springer AG. Aus zwei Gründen. 2007 war ein gutes Jahr für die Axel Springer AG. Aus acht Gründen.“ Der Spruch hat Döpfner offenbar so gut gefallen, dass er ihn gleich zweimal brachte.
Weil er wegen der Pleite der Brief-Tochter Pin Group rund 500 Millionen Euro in 2007 abschreiben musste, blieb im vergangenen Jahr unterm Strich ein Fehlbetrag von 288,4 Millionen Euro in der Bilanz hängen. Kleinaktionär Hasenkamp warf Döpfner während der Hauptversammlung vor, zu schnell das Posthorn zur Seite gelegt zu haben. Seiner Meinung nach, war der Mindestlohn für die Post-Branche nur ein Vorwand, um sich schnell wieder aus dem Briefgeschäft zu verabschieden.
Döpfner juckten solche Anfechtungen nicht sichtbar. Er ertrug die Tiraden mit sturem Blick geradeaus. Kritik geübt wurde auch an der, gemessen am hohen Verlust, üppigen Dividende von vier Euro pro Aktie. Die Witwe wird’s freuen. Als Haupt-Anteilseignerin spült die Dividende ihr das meiste Geld in die Kasse. Und wenn sie sich freut, freut sich auch Mathias Döpfner. Der Konzern dachte aber auch an die Klein-Anleger. Nach dem ganzen Ärger gab’s Buletten aufs Haus.

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