Personalisierte Werbung in Networks

Zauberwort "Behavioral Targeting": „Yahoo vermarktet künftig die graphische Werbung auf Netlog, einem führenden sozialen Netzwerk in Europa“, sagte Yahoo Deutschland-Chef Terry von Bibra gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Vereinbarung gelte nur für Deutschland. Ein erster wichtiger Schritt des Internetkonzerns, der dem Markt mit dem sukzessiven Aufbau eines eigenen Werbenetzwerks beweisen wolle, „dass soziale Netzwerke gut vermarktbar sind", so Bibra.

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Im Kampf der Suchmaschinen um Werbekunden spielte Yahoo bisher nur eine untergeordnete Rolle. Das könnte sich nun ändern. Wie der weitaus erfolgreichere Konkurrent Google setzt neuerdings auch Yahoo auf zielgerichtete Werbung in sozialen Netzwerken. Akquisitionen wie Right Media und Blue Lithium hätten dafür „die nötige Technik ins Haus geholt“, wie Terry von Bibra der „FAZ“ sagte. Jetzt wolle man die Stärke dieser Tools zeigen.

„Versuchsobjekt“ für das sogenannte Behavioral Targeting Modell ist das belgische Unternehmen Netlog, ein Zusammenschluss mehrerer sozialer Netzwerke. Netlog hat laut Comscore 10 Millionen User in Europa, davon 1,3 Millionen in Deutschland. Mit den neuen Tools will Yahoo das Surfverhalten der zwischen 15 und 24 Jahre alten User analysieren, um personenspezifische Werbung auszuliefern. 

„Wenn wir wissen, welche Seiten der Nutzer angeschaut hat, welche Suchbegriffe er eingegeben hat und auf welche Werbung er geklickt hat, lässt sich die Werbung präzise zuschneiden“, so der Yahoo Deutschland-Chef. Es sei eben wichtig zu wissen, ob ein Nutzer, der sich für Autos interessiere, noch nach Informationen suche und zum Beispiel eine Probefahrt unternehmen möchte, oder bereits eine Entscheidung getroffen habe und nur noch die beste Kaufgelegenheit suche.

Ein Nutzer, der zum Beispiel auf einer Yahoo-Seite identifiziert worden sei, könne die Werbung dann auf einer Netlog-Seite ausgeliefert bekommen. Allerdings würden keine personenbezogenen Daten erhoben, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Bibra weiter zitiert.

Der Yahoo-Chef zweifelt nicht daran, dass Yahoo gute Chancen gegen Mitbewerber wie Google, Microsoft oder zuletzt auch AOL mit ihrem eigenen Vermarktungssystem „Platform-A“ haben wird. Der Markt der sozialen Netzwerke sei noch nicht verteilt. „Es gibt eine zweite Welle kleiner und schneller sozialer Netzwerke, die gerade entsteht. Auch über die mobile Nutzung ist noch nicht entschieden“, so Bibra.

Andreas Ludwig, Director Business Development Yahoo Deutschland, kommentierte die Vereinbarungen mit Netlog in einer Pressemitteilung: „Das ist für uns ein weiterer entscheidender Schritt auf dem Weg, das weltgrößte und effizienteste Online-Werbenetzwerk aufzubauen.“ Offensichtlich hat Yahoo sich einiges vorgenommen.

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