Dohle beerbt Olson bei Random House

Jetzt ist die News offiziell: Der bisherige arvato-Vorstand Markus Dohle beerbt Peter Olson als Chef der Bertelsmann-Buchsparte Random House in New York. Gleichzeitig wurde Richard Sarnoff zum neuen Co-Chairman der US-Holding ernannt. Die Top-Personalie Dohle trägt die Handschrift von Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Der hatte Dohle 2006 in den arvato Vorstand geholt. Der bodenständige Ostrowski und der markige Mr. Olson sollen nicht gut miteinander gekonnt haben.

Anzeige

Sarnoff übernimmt den Posten mit sofortiger Wirkung zusätzlich zu seinem Job als Leiter des Venture-Fonds Bertelsmann Digital Media Investments. Dohle tritt zum 1. Juni an. Mit Olson verlässt der einzige Nicht-Deutsche den Bertelsmann-Vorstand. Der Geist von Gütersloh regiert im ostwestfälischen Medienriesen stärker denn je. Die offizielle Mitteilung von Bertelsmann ist blumig formuliert. Olson gehe auf eigenen Wunsch, heißt es da, um eine akademische Laufbahn zu verfolgen. Ostrowski bedauert sein Ausscheiden offiziell und wirft ihm sogar noch „beste Wünsche“ hinterher. Dabei ist ein offenes Geheimnis in Gütersloher Kreisen, dass Ostrowski und Olson sich über den großen Teich hinweg in herzlicher Antipathie verbunden waren.
Der neue Bertels-Mann in New York, Dohle, hat dagegen beste Beziehungen zum Big Boss in Gütersloh, gilt als ein Vertrauter Ostrowskis. Neben seiner Vorstandstätigkeit bei arvato leitete Dohle die Geschäfte der arvato-Druckerei Mohn Media. Er ist ein reinrassiges Bertelsmann-Gewächs. Gleich nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Karlsruhe stieg er als Assi bei der arvato-Tochter Vereinigte Vertragsauslieferung (VVA) ein. Er wurde Bereichsleiter, Produktlinienleiter, Geschäftsleiter. Immer weiter auf der Karriere-Leiter. Ab 2002 führte er die Geschäfte bei Mohn Media.

New York ist für Dohle nun ein heißes Pflaster. Als Mann aus Gütersloh wird er den Amis beweisen müssen, dass er nicht für deutsche Ärmelschoner-Mentalität steht. Das US-Medienblog Gawker.con brahcte die Stimmung dort mit einer fiesen Schlagzeile auf den Punkt: „New Random Hpuse Chief to make Publishing even less sexy“. „Der neue Random House Chef macht das Verlagsgeschäft noch weniger sexy.“ Anschließend zählen die US-Blogger jeden Karriereschritt Dohles auf und unterstellen ihm, kein wirkliches Verhältnis zum Thema Literatur zu haben.
Dabei kann Random House etwas frischen Wind gut gebrauchen. Seit Dan Browns „The Da Vinci Code“ hat der Verlag keinen nennenswerten Bestseller mehr herausgebracht, die gesamte Buchbranche steht wegen der fortschreitenden Digitalisierung massiv unter Druck. Im Manager-Sprech könnte man von „spannenden Herausforderungen“ reden. Andere würden sagen: Random House hat einen Haufen Probleme. Ob Druck-Profi Dohle der richtige Mann dafür ist wird sich zeigen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige