Anzeige

Schwache Aussichten für den Werbemarkt

Für 2008 erwartet der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) kaum Wachstum. Bereits 2007 sei der Werbemarkt nur um 1,8 Prozent auf 30,78 Milliarden Euro gestiegen. Damit lag er unter dem Vorjahresergebnis (+ 2,1 Prozent). „Die Gefahr wächst, dass der deutsche Werbemarkt erneut in eine Rezession abgleitet“, sagt ZAW-Präsident Michael Kern.

Anzeige

Der Anteil der Investitionen in klassische Werbung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt mit 1,27 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit Gründung der Bundesrepublik, verkündete die ZAW auf ihrem Jahresausblick. Von der allgemeinen Konjunktur würde die Werbung nicht profitieren.

Gründe für den Rückgang sieht der ZAW unter anderem in der veränderten Medienstruktur und -nutzung, im sozialen und demographischen Wandel – und vor allem in den drohenden Werbeverboten durch die EU. Einer eigenen Umfrage zufolge gingen 77 Prozent der ZAW-Verbände davon aus, „dass mittelfristig werbende Unternehmen aus den Medien ausstiegen, wenn sie dort durch politische Werbezensur und bürokratische Zwangsinformationen betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll werben dürften“, heißt es in der Erklärung.

Die Erlöse der 13 vom ZAW erfassten Werbeträger stiegen 2007 um 2 Prozent auf 20,76 Milliarden Euro netto. Das sind rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes. Ein Trost für Verleger: Die viel beschworene Verlagerung ins Internet zeichnet sich nicht ab. Mit einem Marktanteil von 22 Prozent und Werbeeinnahmen in Höhe von 4,567 Milliarden Euro liegt die Tageszeitung noch immer vorne (+ 0,8 Prozent), gefolgt vom Fernsehen (4,156 Milliarden Euro, + 1,0 Prozent) und Direktwerbung (3,347 Milliarden Euro, + 0,9 Prozent).

Mit Ausnahme  der Publikumsmagazine (- 1,8 Prozent), Kino (- 9,6 Prozent) und der Zeitungssupplements (- 0,4 Prozent) konnten auch alle anderen Werbeträger zulegen, allen voran die Online-Angebote (+ 39,2 Prozent). Der Marktanteil der Online-Dienste liegt aber mit drei Prozent noch immer auf einem „niedrigen monetären Ausgangsniveau“.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige