Das Auf und Ab des „Eurovision Song Contests“

Keine andere Fernsehshow sorgt für so viele Schlagzeilen und Gespräche wie der „Eurovision Song Contest“. Jahr für Jahr wird das Ergebnis des deutschen Teilnehmers diskutiert, Jahr für Jahr wird auch die aktuelle Einschaltquote mit denen der Vorjahre verglichen und eine eventuelle Tendenz gedeutet. 6,38 Mio. Leute haben die Show in diesem Jahr im Ersten gesehen. […]

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Keine andere Fernsehshow sorgt für so viele Schlagzeilen und Gespräche wie der „Eurovision Song Contest“. Jahr für Jahr wird das Ergebnis des deutschen Teilnehmers diskutiert, Jahr für Jahr wird auch die aktuelle Einschaltquote mit denen der Vorjahre verglichen und eine eventuelle Tendenz gedeutet.
6,38 Mio. Leute haben die Show in diesem Jahr im Ersten gesehen. Ein verglichen mit den sonstigen Sendungen des Ersten starker Marktanteil von 27,9%. Aber: Im Vergleich zum vorigen Jahr gingen 1,03 Mio. Zuschauer verloren, im Vergleich zu 2006 sogar 4,03 Mio. Die 6,38 Mio. Seher waren die wenigsten, die der „Contest“ seit 1999 hatte. Dabei holte damals die Band Sürpriz den dritten Platz für Deutschland. Doch interessiert hat das nur 4,57 Mio.
Bis Ende der 80er Jahre war der „Song Contest“ – damals noch als „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ein riesiger Publikumsmagnet. 13,81 Mio. Zuschauer fieberten 1982 mit Nicole und freuten sich über ihren Sieg. Sogar 14,23 Mio. waren es zwei Jahre später als Mary Roos 14. wurde und die Herreys für Schweden siegten. Doch von da an ging es bergab mit den „Song Contest“-Quoten. 1987 übersprang die Show zum vorerst letzten Mal die 10-Mio.-Hürde, 1990 sahen nur noch 7,02 Mio. zu und 1995 war mit nur 3,98 Mio. Neugierigen der absolute Tiefpunkt erreicht. Als Deutschland 1996 im Halbfinale ausschied und Das Erste das Finale vor 370.000 Zuschauern nur als Aufzeichnung nach Mitternacht zeigt, stand der „Song Contest“ vor dem Aus.
Doch zwei Jahre später gab es dann die sensationelle Wiederbelebung durch Guildo Horn. Zwar wurde er nur Siebter, aber dennoch hatte er den Wettbewerb in Deutschland wiederbelebt. 12,67 Mio. schalteten ein – die höchste Zuschauerzahl seit 1985. 1999 folgte dann zwar der erneute Absturz, doch 2000 war es Stefan Raab und sein „Wadde hadde dudde da?“, der wieder mehr als 10 Mio. Zuschauer begeisterte. Mit 8,18 Mio., 9,75 Mio. und 8,66 Mio. blieb die Show drei Jahre lang auf einem hohen Niveau. Stefan Raabs dritter Streich als Songschreiber brachte im Jahr 2004 dann die nächste Zuschauerzahl von mehr als 10 Mio. 11,13 Mio. wollten den Auftritt von Max Mutzke sehen. Auch 2006 schalteten mehr als 10 Mio. ein: Texas Lightning wurden 15., Finnlands Trashrock-Kapelle Lordi gewann.
Seitdem hat sich die Zuschauerzahl nun zweimal hintereinander deutlich verringert. Zwar ist der „Eurovision Song Contest“ weiterhin eine überaus erfolgreiche Show, doch erste Warnzeichen sollten bei den Verantwortlichen aufleuchten. Wenn nicht aufgepasst wird, könnte eine neue Zuschauerkrise wie in den 90er Jahren durchaus Realität werden.
Die Zuschauerzahlen und die deutschen Teilnehmer im Überblick:
1982: 13,81 Mio. / Nicole (Platz 1)
1983: 13,57 Mio. / Hoffmann & Hoffmann (Platz 5)
1984: 14,23 Mio. / Mary Roos (Platz 14)
1985: 13,22 Mio. / Wind (Platz 2)
1986: 10,88 Mio. / Ingrid Peters (Platz 8)
1987: 10,16 Mio. / Wind (Platz 2)
1988:   8,61 Mio. / Maxi & Chris Garden (Platz 14)
1989:   9,87 Mio. / Nino de Angelo (Platz 14)
1990:   7,02 Mio. / Chris Kempers & Daniel Kovac (Platz 9)
1991:   6,28 Mio. / Atlantis 2000 (Platz 18)
1992:   4,73 Mio. / Wind (Platz 16)
1993:   4,66 Mio. / Münchener Freiheit (Platz 18)
1994:   4,72 Mio. / Mekado (Platz 3)
1995:   3,98 Mio. / Stone & Stone (Platz 23)
1996:   0,37 Mio. / Leon (Aus in der Qualifikation)
1997:   4,57 Mio. / Bianca Shomburg (Platz 19)
1998: 12,67 Mio. / Guildo Horn (Platz 7)
1999:   4,79 Mio. / Sürpriz (Platz 3)
2000: 10,03 Mio. / Stefan Raab (Platz 5)
2001:   8,18 Mio. / Michelle (Platz 8)
2002:   9,75 Mio. / Corinna May (Platz 21)
2003:   8,66 Mio. / Lou (Platz 12)
2004: 11,13 Mio. / Max (Platz 8)
2005:   7,01 Mio. / Gracia (Platz 24)
2006: 10,41 Mio. / Texas Lightning (Platz 15)
2007:   7,41 Mio. / Roger Cicero (Platz 19)
2008:   6,38 Mio. / No Angels (Platz 23)

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