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USA: Große Websites müssen Federn lassen

Die schwächelnde Wirtschaft in den Vereinigten Staaten scheint erste Auswirkungen auf den Online-Werbemarkt zu haben. Im Zeitraum von einem Monat sanken die Erlöse insgesamt um 23 Prozent, hat eine Studie ergeben. Besonders betroffen waren sehr große Websites, etwa Social Networks. Noch im Februar sprachen Marktforscher von einem starken Wachstum in diesem Bereich.

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Bisher gingen einige Branchenkenner davon aus, dass Online-Werbung zwar nicht immun gegen eine Wirtschaftkrise sei, einen Abschwung jedoch eher verkraften könne als die klassische Print- und TV-Werbung. „In Zeiten einer Rezession verschieben die Vermarkter ihre Ausgaben von den traditionelleren Plattformen wie Fernsehen zur Online-Werbung, wo die Kosten bis zu einem gewissen Grad niedriger sind und es mehr Möglichkeiten gibt, den ROI (Return on Investment) zu messen“, sagte Jennifer Moyer, COO von Washingtonpost.Newsweek Interactive, laut CNet noch im April auf der Branchenveranstaltung Ad:Tech in San Francisco.

Der aktuelle Bericht von PubMetic zeigt jedoch eine andere Entwicklung. Der Werbepreis-Index des Dienstleisters vom Mai deutet an, dass die Werbepreise im Onlinemarkt langsam zu sinken beginnen. Im Vergleich zum Vormonat fiel der Tausend-Kontakt-Preis (TKP) im April insgesamt um 23 Prozent. Besonders schmerzhaft waren die Einschnitte für sehr große Websites mit mehr als 100 Millionen page views pro Monat: Von März auf April fiel der TKP von 0,38 auf 0,18 Cent – ein Minus von 47 Prozent.
Mittelgroße Websites hingegen waren weniger betroffen: Im selben Zeitraum waren kaum Veränderungen festzustellen, der TKP sank lediglich von 34 auf 33 Cent. Kleine Websites mit weniger als einer Million page views pro Monat hingegen konnten sogar eine Verbesserung verbuchen: von 1,15 auf 1,29 Dollar. Der TKP der sozialen Netzwerke liegt derzeit bei 19 Cent gegenüber 22 Cent im Januar.

Dies alles könnte darauf hindeuten, dass die schwache Wirtschaft im Internet spürbar wird, schreibt das US-Technologie-Blog „ReadWriteWeb“. Allerdings gibt es Einschränkungen: Die Studie ließ Suchmaschinen-Anzeigen außen vor und unterschied auch nicht zwischen Bannern und Textanzeigen. Zudem ist sie nur eine Momentaufnahme. Die Zahlen beziehen sich auf Veränderungen innerhalb eines Monats – zu wenig, um daraus einen konkreten Trend ablesen zu können. Die Ergebnisse können daher im Moment nur als Tendenz gewertet werden.

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