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„Bild“ und „Bunte“ streiten sich um Rudnik

Zwischen den Boulevardmedien „Bunte“ und „Bild“ ist ein Streit entbrannt um das Vorrecht der Berichterstattung im Fall Barbara Rudnik. Seit Dezember 2005 hat die deutsche Schauspielerin Brustkrebs – damals „ein entsetzlicher, unfassbarer Schock“, enthüllt die Schauspielerin in einem Exklusiv-Interview in der „Bunten“. Ein Sprecher der "Bild"-Zeitung beschwerte sich jetzt über die "Bild"-Methoden der "Bunten", sich die Exklusivrechte an der Leidensgeschichte zu sichern.

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 „Es kann keine Heilung mehr geben“, so die Schauspielerin Barbara Rudnik.  Nach einer Chemotherapie sei die Krankheit im Januar dieses Jahres zurückgekehrt. Metastasen im Hirn, so lautet die Diagnose der Ärzte.  Alles zu lesen auf vier exklusiven „Bunte“-Seiten inklusive relativ vorteilhafter Hochglanzfotos.

Jetzt beschwerte sich die „Bild“ darüber, dass die „Bunte“ die Exklusivrechte um die Berichterstattung über Barbara Rudniks Krebserkrankung für sich in Anspruch genommen habe. Ein Sprecher des Boulevardblattes sagte der „Frankfurter Rundschau“, die „Bunte“ habe mit dem Artikel über die Krebserkrankung von Barbara Rudnik Persönlichkeitsrechte der Schauspielerin vorgeschoben, „um sich das Monopol der Berichterstattung zu sichern“.

„Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel wehrt sich gegen diese Vorwürfe. „Boulevardjournalisten haben Frau Rudnik erpresst“, behauptet Riekel gegenüber der „Frankfurter Rundschau“. Demzufolge habe „Bild“ Frau Rudnik angedroht, Bilder von ihr mit kurzen Haaren zu veröffentlichen, wenn sie nicht bereit sei, über ihre Krankheit zu reden. „Bild“ dementiert diese Vorwürfe. Klar ist nur, dass der Axel-Springer-Verlag eine Unterlassungserklärung unterschreiben musste, die ihm Rudniks Anwalt Christian Schertz zugeschickt hatte. Darin verpflichtete sich „Bild“, von der Veröffentlichung jener „Abschussfotos“ abzusehen.

Riekel wiederum verkauft sich als weißer Ritter in glänzender Rüstung. So habe man Rudnik – die selber an das Blatt herangetreten sei – vor unautorisierten Enthüllungen in der „Bild“ schützen wollen. Absurd, meint die „Bild“. Eine Berichterstattung sei mit dem Management der Schauspielerin abgesprochen gewesen. Schon am 26. April lancierte „Bild“ die Meldung, Rudnik sei an Brustkrebs erkrankt. Fotos wollte man in Zusammenarbeit mit der „Bunten“ nachliefern. Doch die „Bunte“ lieferte keine Fotos und behielt sich die Exklusivstory vor. So nahm das würdelose Gerangel seinen Lauf. Vergangene Woche hat sich „Bild“ mit weniger vorteilhaften Fotos von Rudnik „gerächt“. 

An Persönlichkeitsrechten stört sich “Bild“ selten. Der letzte medienwirksame Fall: Entertainerin Charlotte Roche wurde angeblich 2001 von der „Bild“-Zeitung „erpresst“, kurz nachdem mehrere Familienmitglieder Roches bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen waren. Angeblich habe ein Anrufer, der sich als Bild-Mitarbeiter ausgab, zu ihr gesagt: „Entweder du gibst uns ein Interview oder wir machen eine Geschichte, die nicht gut für dich ist (…)“, so erzählte Roche dem „Stern“ im Jahr 2003. „Bild“ dementierte.

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