Microsoft streckt Fühler nach Facebook aus

Nachdem Microsoft die geplante Übernahme von Yahoo abgeblasen hat, brodelt die Gerüchteküche weiter. Das "Wall Street Journal" berichtet online, dass Microsofts Finanzleute bei der Community Facebook für eine Komplett-Übernahme vorgefühlt haben. Microsoft hat sich bereits vergangenes Jahr für üppige 240 Millionen Dollar mit schmalen 1,6 Prozent an Facebook beteiligt.

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Legt man diese Summe zu Grunde, müsste Microsoft fürs ganze Facebook knapp 15 Milliarden Dollar hinlegen. Viel Geld für eine Community mit wackeligem Geschäftmodell, aber deutlich weniger als die 47,5 Milliarden, die der Software-Konzern für Yahoo auszugeben bereit war. Facebook wurde erst 2004 von dem Studenten Mark Zuckerberg gegründet und ist neben MySpace die wichtigste Online-Community in den USA.
Nach dem Scheitern der Yahoo-Übernahme befindet sich Microsoft auf unklarem Kurs. Gründer Bill Gates sagte noch am Montag, dass er Partnerschaften mit anderen Firmen außer Yahoo nicht ausschließe. Einen Tag später verkündete derselbe Bill Gates, dass Microsoft derzeit keine Firmenübernahmen verfolge. Alles kann, nichts muss in Windows-Country.
„Wall Street Journal“-Journalistin Kara Swisher zitiert in ihrem Bericht im Tech-Blog „Boom Town“ eine Microsoft-Quelle, die einen möglichen Deal mit Facebook relativiert: „Wir testen mehr ihr Interesse aus, als dass wir  einen wirklichen Versuch starten.“  Beobachter gehen davon aus, dass Facebook eher auf einen Börsengang  setzt und derzeit nicht von einem größeren Player übernommen werden will.  Bei Microsoft haben sie der Post-Yahoo-Strategie übrigens den hübschen Namen „Procject Granola“ gegeben. Das soll für organisches Wachstum stehen. Ein bisschen hinzugekaufter Web2.0-Dünger könnte freilich nicht schaden.

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