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eMusic startet Shop für Audiobooks

Am Dienstag startet der US-Download-Dienst eMusic den Verkauf von über 1000 Hörbüchern. Neben dem Marktführer iTunes (71 Prozent) ist die unabhängige Plattform mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent die Nummer Zwei in den USA. Im Vergleich zum Musikangebot von Apple sind die MP-3-Dateien von eMusic nicht DRM- oder kopiergeschützt.

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Die Verkaufszahlen blieben offenbar hinter den Zielen zurück. Knapp eine Million iPhones wurden bislang abgesetzt. Doch entgegen bisheriger Firmenpolitik, die auf neue Modellreihen statt Rabatten setzte, erstaunte Apple jetzt erstmals mit einem radikalen Nachlass. Am Mittwoch vergangener Woche gab Apple-Chef Steve Jobs in San Francisco bekannt, dass der Preis für das 8-Gigabyte-iPhone von 599 auf 399 Dollar herabgesetzt wird, die Produktion des 4-GB-Modells wird wegen geringer Nachfrage eingestellt. Kurz darauf formierte sich im Internet der Aufstand.

„Ich wartete am Erstverkaufstag von morgens bis abends in der Schlange”, entrüstet sich ein Käufer im Inoffiziellen Apple Weblog, „und jetzt will ich meine 200 Bucks zurück.” Wie er belagerten am 29. Juni Tausende von technikbegeisterten Fans die Apple-Stores, manche hatten über Nacht vor den Türen campiert. Die Bilder der seligen iPhone-Besitzer gingen um die Welt. Keine zehn Wochen später zerstört Steve Jobs einen Traum, indem er den Wert des iPhones drastisch herabsetzt. Die Kunden fühlen sich hintergangen. „Ich weiß nicht, was mich mehr nervt”, echauffiert sich ein früher Käufer, „dass ich als Early Adopter gelinkt wurde, oder dass sie offenkundig immer noch Geld machen, wenn sie es 200 Dollar billiger verkaufen.”

Eine Flut von erbosten E-Mails und Forenbeiträgen ging auf Apple nieder. In einem Interview mit USA Today am Donnerstag zeigte sich Jobs auf die Frage, was er Kunden des 599-Dollar-iPhones rät, noch unbeeindruckt: „Wenn sie es heute Morgen gekauft haben, sollten sie zum Verkäufer gehen und mit ihm reden. Wenn sie es vor einem Monat gekauft haben, nun, das ist halt, was im Technikbereich passiert.

”Kurz darauf lenkte der Apple-Chef ein. In einem offenen Brief auf der Apple-Website rechtfertigt Jobs zwar die Rabattentscheidung damit, dass jetzt vor dem Weihnachtsgeschäft der richtige Zeitpunkt für eine Preissenkung sei und die Geräte ja ihren funktionalen Wert behielten. Aber – und das kommt einer Entschuldigung gleich – „Unsere frühen Kunden vertrauten uns und in Momenten wie diesen müssen wir mit Taten diesem Vertrauen gerecht werden.”

Alle frühen Kunden erhalten jetzt einen 100-Dollar-Gutschein für Apple-Angebote. Wurde das  Gerät in den vergangenen 14 Tagen erworben, gilt: Kunden des 8-Gigabyte-Modells bekommen die Differenz von 200 Dollar in bar, das 4-GB-Modell wird zurückgenommen. Trotzdem ist davon auszugehen, dass Apples Image Schaden genommen hat. Vor allem die wichtige Zielgruppe der Early Adopters ist brüskiert. „Apple schreckt seine treuen Anhänger ab, indem es sie dumm aussehen lässt, weil sie früh kaufen”, schreibt blinkowitz182 in einem Blog.

Keine anderer IT-Firma baut so sehr auf eine Fangemeinde von Frühkäufern mit einer persönlichen Beziehung zur Marke. Die Produktpräsentation gerät – nach wochenlangem Brodeln in der Gerüchteküche – stets zu einem Pop-Ereignis: Vor Videoleinwänden führt Steve Jobs, in schwarzem Rolli und Jeans, die neuesten Apparate vor, das Publikum hängt an seinen Lippen oder bricht in frenetischen Jubel aus.

Warum also eine Konfrontation mit der Kernkundschaft riskieren? Die Geräte erfüllen ihre Gewinn einbringende Funktion nicht mit ihrem Verkauf. Apple verdient anschließend an kostenpflichtigen Downloaddiensten für Musik und Klingeltöne. Für die Preisentscheidung dürfte aber vor allem der revolutionäre Exklusivvertrag mit dem Telekommunikationsunternehmen AT&T ausschlaggebend gewesen sein: Apple erhält zehn Prozent der Telefongebühren und führt AT&T als Gegenleistung eine bestimmte Kundenzahl zu. Diese garantierte Kundenzahl wurde offenbar nicht erreicht.

Die Apple-Aktie verlor nach Bekanntgabe der iPhone-Preisentscheidung am Mittwoch fünf Prozent. Analysten glauben, dass sich der Schaden der Gutscheinaktion in Grenzen halten wird. Denn auch dieses Geld fließt zu 100 Prozent in die Kassen der Apple-Stores und -Webdienste zurück.
„Steve Jobs Offers Rare Apology, Credit for iPhone“ (07.09.07, The Wall Street Journal)

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